Mythos 06
Die komplexe Geschichte einer Beziehung
Video-Interview mit Historiker
Bald verfügbar
Historiker Dr. Markus Ries erklärt, wie das Verhältnis von Kirche und Staat sich über die Jahrhunderte entwickelt hat – und welche Rolle das Christentum dabei wirklich spielte.
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Die Trennung von Kirche und Staat gilt als Errungenschaft der Aufklärung und der modernen Demokratie. Doch diese Erzählung vereinfacht eine weit komplexere historische Realität.
Die Idee, dass weltliche und geistliche Macht getrennt sein sollten, ist nicht neu. Bereits im Mittelalter stritten Päpste und Kaiser um die Frage, wer über wen Macht hat – der Investiturstreit (1076–1122) ist das bekannteste Beispiel. Die Kirche war es, die als erste eine Sphäre beanspruchte, die dem staatlichen Zugriff entzogen sein sollte.
Die Trennung von Kirche und Staat, wie wir sie heute kennen, ist tatsächlich ein Produkt der Neuzeit. Aber ihre Wurzeln liegen nicht in der Arbeiterbewegung oder dem Laizismus, sondern in theologischen Debatten innerhalb des Christentums selbst. Das Prinzip «Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist» (Matthäus 22,21) ist älter als jede moderne Verfassung.
Fazit
Die Geschichte der Trennung von Kirche und Staat ist eine Geschichte, in der das Christentum selbst eine entscheidende Rolle gespielt hat – nicht als Hindernis, sondern als treibende Kraft. Diese Nuance geht in der modernen Debatte oft verloren.
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Beeindruckend – ich wusste nicht, dass Tertullian bereits im 3. Jahrhundert Religionsfreiheit als Menschenrecht formuliert hat. Das verändert mein Bild der Geschichte grundlegend.
Die Verbindung zwischen den Zürcher Stadtpatronen und der ägyptischen Legion ist faszinierend. Ich werde das Grossmünster mit anderen Augen sehen.
Endlich eine fundierte Auseinandersetzung mit diesen Themen. Die Quellen sind solide und die Argumentation nachvollziehbar. Weiter so!
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