Mythos 07
Die christlichen Wurzeln der Alphabetisierung
Video-Interview mit Historiker
Bald verfügbar
Bildungshistorikerin Prof. Dr. Claudia Opitz-Belakhal erklärt, wie die Kirche zur Alphabetisierung Europas beigetragen hat – und was das für unser heutiges Bildungsverständnis bedeutet.
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Alphabetisierung wird heute als staatliche Aufgabe betrachtet. Doch wer hat die ersten Schulen gegründet, und welche Motivation stand dahinter?
Die ersten Massenalphabetisierungsprogramme in Europa gingen von der Kirche aus. Martin Luther bestand darauf, dass jeder Christ die Bibel selbst lesen können sollte – das war eine revolutionäre Idee. Die Reformation war damit einer der stärksten Treiber für Volksbildung in der Geschichte.
Klosterschulen existierten bereits Jahrhunderte vor der Reformation. Benediktinische Mönche kopierten und bewahrten Wissen, das sonst verloren gegangen wäre. Die Idee, dass Bildung für alle zugänglich sein sollte, ist tief im christlichen Menschenbild verwurzelt: Jeder Mensch ist Ebenbild Gottes – und verdient daher Zugang zu Wissen.
Fazit
Die Geschichte der Alphabetisierung ist untrennbar mit der Geschichte des Christentums verbunden. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer Weltanschauung, die jeden Menschen als würdig betrachtet, Gottes Wort zu lesen.
Gemeinschaft
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Beeindruckend – ich wusste nicht, dass Tertullian bereits im 3. Jahrhundert Religionsfreiheit als Menschenrecht formuliert hat. Das verändert mein Bild der Geschichte grundlegend.
Die Verbindung zwischen den Zürcher Stadtpatronen und der ägyptischen Legion ist faszinierend. Ich werde das Grossmünster mit anderen Augen sehen.
Endlich eine fundierte Auseinandersetzung mit diesen Themen. Die Quellen sind solide und die Argumentation nachvollziehbar. Weiter so!
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