Mythos 03
Wilberforce, die Päpste und die Wahrheit
Video-Interview mit Historiker
Bald verfügbar
Historiker Dr. Philipp Gassert beleuchtet die Rolle christlicher Akteure in der Abschaffung der Sklaverei – von Wilberforce bis zu den Päpsten in Brasilien.
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Die Kirche wird oft als Komplizin der Sklaverei dargestellt. Die historische Realität ist weit differenzierter – und überraschend.
William Wilberforce, der bekannteste Kämpfer gegen die Sklaverei in der britischen Geschichte, war ein überzeugter evangelikaler Christ. Seine Motivation war explizit religiös. In Brasilien waren es Päpste und Bischöfe, die als erste die Sklaverei von Indigenen verboten. Die Quäker – eine christliche Gemeinschaft – waren die ersten, die Sklaverei in ihren Reihen verboten.
Es gab zweifellos Kirchenvertreter, die die Sklaverei tolerierten oder rechtfertigten. Das ist ein dunkles Kapitel. Aber die Abschaffungsbewegung war in ihrem Kern eine christliche Bewegung. Die Idee, dass alle Menschen gleich an Würde sind, weil sie im Ebenbild Gottes geschaffen sind, war der theologische Motor hinter der Abolitionsbewegung.
Fazit
Die Geschichte der Sklaverei und ihrer Abschaffung ist komplex. Wer die Kirche pauschal als Förderin der Sklaverei bezeichnet, ignoriert die Tatsache, dass die stärksten Stimmen gegen die Sklaverei aus christlicher Überzeugung gesprochen haben.
Gemeinschaft
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Beeindruckend – ich wusste nicht, dass Tertullian bereits im 3. Jahrhundert Religionsfreiheit als Menschenrecht formuliert hat. Das verändert mein Bild der Geschichte grundlegend.
Die Verbindung zwischen den Zürcher Stadtpatronen und der ägyptischen Legion ist faszinierend. Ich werde das Grossmünster mit anderen Augen sehen.
Endlich eine fundierte Auseinandersetzung mit diesen Themen. Die Quellen sind solide und die Argumentation nachvollziehbar. Weiter so!
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